Aquaristik

Einrichtung


Foto meines 160 Liter Süßwasseraquariums, in dem Steine, mit Moos bewachsene Wurzeln und Pflanzen Inselhaft zusammengestellt sind.

Vorwort

In diesem Kapitel geht es darum Schritt für Schritt aufzuzeigen, was für die Einrichtung eines Süßwasseraquariums mindestens benötigt wird und welche weiteren Anschaffungen ich für sinnvoll erachte bzw. empfehle. Ich werde dieses in verschiedene Abschnitte gliedern, um Dir eine bessere Übersicht zu bieten. Es ist nicht allzu schwer ein Aquarium aufzustellen, jedoch nicht immer einfach dieses auch den eigenen ästhetischen Ansprüchen und der Pflege des gesamten Systems gerecht zu werden. Über die Jahre wirst Du feststellen, dass sich im Hinblick der Einrichtung einiges bei Dir verändern wird, weil Du zum Beispiel neue Technik, Hilfsmittel ausprobierst oder die Optik deines Aquariums verändern möchtest.


Inhalt


Überlegungen - Was sollte ich vorher bedenken

Bevor es los geht und Du dir pauschal ein Aquarium kaufen gehst, solltest Du dir vorher ein paar Fragen beantworten.
Ich liste Dir hier einige Fragen auf, die dir die Überlegungen erleichtern können:


"Was möchtest Du?"
Möchtest Du bestimmte Tiere in dem Aquarium halten?
Wie stark soll es bepflanzt sein?
Sollen Steine und / oder Wurzeln ins Aquarium? Ist die Größe des Aquariums der ausschlaggebende Punkt, vielleicht aus Platzmangel?
Wohin stellst Du das Aquarium?
Hält der Boden das Gewicht?
Was kannst Du dir leisten bzw. wie viel Geld möchtest Du ausgeben für Kauf und Pflege?
Möchtest Du die Technik im Becken oder außerhalb unterbringen?
Brauchst Du einen Unterschrank für die Technik?
Wo bringst Du das Zubehör unter?
Wird es im Sommer sehr warm in dem Raum oder im Winter sehr kalt?
Wie stark soll der Pflegeaufwand sein?
Hast Du die nötige Zeit?


All diese Punkte stehen in Verbindung miteinander. Es geht zum Beispiel nicht, sich ein sogenanntes Nanoaquarium anzuschaffen und dort größenbedingt Süßwasserrochen oder Diskus zu halten.


Wie sieht die Minimumausstattung aus

Wie die Fragen vorhergehend schon andeuten, hängt das Format des Aquariums von bestimmten Faktoren ab. Sobald Du dir diese Fragen jedoch beantwortet hast, fällt es Dir schon leichter ein passendes Format zu finden.

Bei der Beleuchtung kommen heutzutage meist T5-Leuchtstoffröhren und LED-Lampen zum Einsatz. Ihre Größe und Leistung sollte zu dem jeweiligen Aquarium und den von Pflanzen und Tieren geforderten Bedingungen entsprechen.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall eine Filterung für das Aquarium. Dies kann eine Innen- oder Außenfilterung sein, je nach Anspruch.

Da unsere zu pflegenden Wasserbewohner bestimmte Temperaturanforderungen haben, sollten wir diese auch messen können. Dazu gibt es diverse Varianten an digitalen und analogen Thermometer.

Um überhaupt das Wasser auf die entsprechende Temperatur zu bringen, benötigst Du höchstwahrscheinlich einen Heizstab und ein manchen Fällen auch eine Kühlung z.B. wenn im Sommer die Zimmertemperaturen stark ansteigen und das Aquarienwasser so stark erhitzen, dass unsere Pfleglinge im schlimmsten Fall sterben. Gerade Garnelen sind dahingehend sehr empfindlich.



Was kommt mindestens an Zubehör dazu

Foto einer Mulmglocke: Schlauch mit Rohraufsatz

An dieses Zubehör solltest Du denken. Es hilft dir bei der Pflege deines Aquariums und ohne wird es schwer sein dein Aquarium in Schuss zu halten. Es ist recht gut wenigstens einen Eimer für sein Aquarium bereit zu halten, sei es für den Wasserwechsel oder zum Zwischenhältern von Fischen und Pflanzen. Außerdem solltest Du einen Schlauch und ggf. eine Mulmglocke parat haben, um beim Wasserwechsel das Wasser aus dem Aquarium zu bekommen.

Mit einer Zahnbürste kommst Du beim Reinigen des Aquarium an besonders schlecht erreichbare Stellen. Sie bietet sich an um Silikonnähte, große Steine und Wurzeln, den Filter ect. damit zu reinigen. Auch mit einem Rohrbürstenset (zumeist aus 3 Bürsten bestehend) kommst Du gut in die Nischen deines Filters.


Ein Reinigungsschwamm ist sinnvoll um den Filter und andere großflächige Sachen zu reinigen. Um die Scheiben deines Aquariums von Algen zu befreien und gleichzeitig wieder eine klare Sicht zu haben, kommt ein Scheibenreinigungswerkzeug zum Einsatz. Dies kann ein einfacher Schwamm sein oder ein spezieles Hilfsmittel wie ein Magnetscheibenreiniger, ein Scraper bzw. Klingenreiniger und wie sie alle heißen. Zu guter letzt solltest Du wenigstens noch einen Käscher besitzen, falls Du relativ zügig Fische aus dem Aquarium holen musst.
Ich habe Dir die Sachen nocheinmal aufgelistet:


Foto von 3 Rohrbürsten


Was kommt ins Aquarium

Foto von einem zerklüfteten Stein

Natürlich sollten die Wasserlebewesen nicht nur ins reine Aquarium mit Wasser gesetzt werden. Es sollte ein möglichst passendes Habitat für unsere Aquarienbewohner sein. Jetzt hängt es von ihnen ab, in welcher Weise unser Aquarium gestalltet werden sollte. Kommen viele Pflanzen vor? Ist es ein reines Steinbecken? Sollen Wurzeln dazu?


Von diesen Faktoren hängt auch der zu wählende Bodengrund ab. Wenn es ein reines Steinbecken werden soll, könnte es ein groberer Kies werden der kaum Nährstoffe enthält. Sollen Pflanzen gesetzt werden, empfiehlt es sich eine etwas feinkörnigeren Bodengrund zu wählen, der ggf. schon Nährstoffe enthält. Manche Tiere benötigen ebenfalls eine gewisse Kornstärke, da sie im Kies graben wollen etc..


Sollen Steine ins Aquarium, dann ist es gut sich ersteinmal einen Überblick über die Verschiedenen Steinsorten zu verschaffen. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Gesteine im Aquaristikhandel. Die Optik wie auch die Beschaffenheit der Steine spielt für die Gestalltung eine wichtige Rolle. Hier gibt es von total abgerundet bis löchrig und zerklüftet. Nachdem Du dich für eine Steinsorte entschieden hast, rate ich Dir stark unterschiedliche Größen zu kaufen, vielleicht sogar ein paar mehr Steine als Du brauchen würdest. Es ist später praktisch eine Auswahl bei der Gestaltung zu haben, auch wenn Du nicht alle Steine brauchen wirst.


Den Abschnitt über die Steine kannst Du so auch auf die Wurzeln beziehen.


Spielt das Thema Pflanzen eine große Rolle für Dich ist es wichtig hier sehr genau hinzuschauen. Die Wahl der Bepflanzung sollte aufeinander abgestimmt sein, da diese unterschiedliche Ansprüche an ihre Umweltbedingungen stellen. Stelle Dir dabei folgende Fragen. Wie anspruchsvoll sollen die Pflanzen sein, die in dein Aquarium kommen sollen? Es gibt unterschiedliche Ansprüche in Licht- und Nährstoffkozentration. Möchtest Du schnellwachsene Pflanzen oder lieber langsamwachsene? Es kann bei sehr guten Wachstum vorkommen, dass bei schnellwachsenen Pflanzen diese wöchentlich oder zweiwöchentlich beschnitten werden müssen, damit das Aquarium in Form bleibt und nicht zuwuchert. Schnellwachsene Pflanzen sind meist Stengelpflanzen die sehr in die Höhe wachsen. Dies ist bei der Platzierung im Aquarium interessant. Bei der Gestalltung werden dabei hochwachsene Pflanzen eher in den Hintergrund platziert, niedrigwachsene eher in den Vordergrund.


In einem Pflanzenaquarium kann man man vor dem Auftragen des Kies ein sogenanntes Soil einbringen. Soil ist ein Düngesubstrat, dass den Pflanzen als Langzeitdepot dient. Es verhindert aber nicht das generelle Nachdüngen.



Welche Gerätschaften können Zusätzlich helfen

Foto von einem Futterautomat

Es gibt einige empfehlenswerte Anschaffungen, die einem das Aquaristikerleben oder das Betreiben eines Aquariums vereinfachen. Eine sehr simple Sache sind z.B. Zeitschaltuhren die zur automatischen Beleuchtungssteuerung genutzt werden können sowie auch für einige andere Geräte. Auch ein Futterautomat bietet gute Dienste, wenn Du doch mal ein paar Tage nicht da bist und sich niemand um die Fütterung kümmern kann.

Scheren und Pinzetten sind sehr praktisch für die Gartenarbeit im Aquarium. Auch wenn Du mal etwas kleines entfernen musst, wie Pflanzenreste, ist die Pinzette sehr hilfreich.


Zur Pflege der Pflanzen empfiehlt sich ebenfalls eine CO2-Anlage. CO2 ist ein wichtes Gas das die Pfanzen in unterschiedlichen Mengen benötigen. Es unterstützt dich schon sehr gesündere und besser wachsene Pflanzen im Aquarium zu halten.


Ich hatte es zwar schon mit aufgeführt aber eine Kühlung kann genauso wichtig sein wie eine Heizung, gerade wenn im Raum in dem das Aquarium steht die Temperaturen verhältnismäßig sehr hoch sind. Lüfter sind dabei eine der einfacheren Lösungen. Es geht aber auch anspruchsvoller mit speziellen Kühlagregaten.


Controller, die zur Überwachung und Steuerung diverser Parameter dienen, können einem ebenfalls Arbeit abnehmen, sind aber nicht zwingend notwendig.


Was ich an meinem Aquarium noch mit eingebaut habe ist eine automatische Wasserauffüllung um einen gleichbleibenden Wasserstand zu halten. Es verdunstet jeden Tag ein Teil des Wassers im Aquarium, welches nachgefüllt werden muss. Dies kannst Du natürlich einfach per Hand nachfüllen oder eben auch automatisieren. Ich habe mir dazu den Tunze Osmolator 3155 und ein Beistellbecken für Osmosewasse zugelegt. Tunze ist ein deutscher Hersteller, der hauptsächlich Produkte für die Meerwasseraquaristik produziert.


Mit einer Dosieranlage lässt sich die Düngezufuhr ins Aquarium automatisieren und so eine Regelmäßigkeit schaffen. Dünger ist für die Pflanzen in unseren Aquarien sehr wichtig, da besimmte Nährstoffe in nicht ausreichender Menge dem Aquarium zugeführt werden. Da trägt der Wasserwechsel, das Füttern der Fische und deren Ausscheidungen nur bedingt bei.


Foto von Pflanzenschere, Pinzette und einem Spatel

In bestimmten Situationen ist die Anschaffung einer Luftpumpe für das Aquarium wichtig. Gerade wenn Du kaum Pflanzen im Aquarium hälst und wenig Sauerstoff durch den Filter eingebracht wird. Auch manche Aquarienbewohner benötigen ein Sauerstoffreiches Wasser.



Was würde ich so nicht mehr machen

Es wird in einigen Foren und Büchern eine Bodenheizung für das Aquarium empfohlen. Sie sorgt für eine bessere Durchlüftung des Bodens, da das erwärmte Wasser nach oben steigt und so frisches Wasser durch den Bodengrund nachfließt. Ich denke, ansich ist die Idee recht gut jedoch habe ich bei mir die Erfahrung gemacht, dass sich die Wurzeln der Pflanzen in die Höhe strecken und aus dem Bodengrund nach oben herauswachsen, was natürlich nicht sehr ansehnlich ist.


Ich würde bei der Einrichtung auch darauf achten, das Aquarium nicht zu voll zu stopfen oder keine Pflanzen und Tiere einzusetzten, die verhältnismäßig zum Aquarium zu groß werden. Das wird unseren Lebewesen im Aquarium durch den Platzbedarf nicht gerecht und es wirkt auch Optisch nicht zusammen.